PAULIX Versicherung
Ratgeber19. Juli 2026 6 Min. Lesezeit

Hausratversicherung: Was ist versichert – und was nicht?

Feuer, Einbruch, Leitungswasser, Sturm: Was die Hausratversicherung zahlt, was nicht und wie Sie die richtige Versicherungssumme finden – ehrlich erklärt.

Stellen Sie sich vor, Sie müssten nach einem Wohnungsbrand alles neu kaufen: Möbel, Kleidung, Elektronik, die komplette Küche. Bei einer durchschnittlich eingerichteten Wohnung kommen da schnell 50.000 bis 100.000 Euro zusammen. Genau dieses Risiko nimmt Ihnen die Hausratversicherung ab – und zwar zum Neuwert, nicht zum Gebrauchtpreis. Was genau versichert ist, wo die Grenzen liegen und wie Sie die richtige Summe finden, lesen Sie hier – ehrlich und ohne Kleingedrucktes-Falle.

Was zählt eigentlich zum Hausrat?

Die einfachste Faustregel: Zum Hausrat gehört alles, was Sie mitnehmen würden, wenn Sie umziehen und die Wohnung auf den Kopf stellen. Also alles, was nicht fest mit dem Gebäude verbunden ist – Möbel, Teppiche, Lampen, Kleidung, Bücher, Geschirr, Elektronik und Haushaltsgeräte. Auch Bargeld, Schmuck und Wertsachen zählen dazu, allerdings nur bis zu bestimmten Grenzen; dazu später mehr. Fest verbaute Dinge wie Wände, Fenster oder die Heizungsanlage gehören dagegen zum Gebäude und sind Sache der Wohngebäudeversicherung des Eigentümers. Als Mieter brauchen Sie diese nicht – Ihr bewegliches Hab und Gut aber schon.

Gegen welche Gefahren sind Sie geschützt?

Eine Hausratversicherung schützt nicht gegen „alles", sondern gegen klar benannte Gefahren. Das sind die wichtigsten:

  • Feuer, Blitz und Überspannung: Brand, Blitzschlag und Explosion sind der Klassiker – und die Überspannung nach einem Blitzeinschlag, die Ihre Elektronik zerstört, ist bei guten Tarifen eingeschlossen.
  • Leitungswasser: Wasser aus geplatzten oder undichten Rohren, aus der Waschmaschine oder der Spülmaschine. Einer der häufigsten Schäden überhaupt.
  • Sturm und Hagel: Ab Windstärke 8 (rund 62 km/h) gilt es als Sturm – etwa wenn ein Fenster eingedrückt wird und Regen Ihre Möbel ruiniert.
  • Einbruchdiebstahl: Wird bei Ihnen eingebrochen und etwas gestohlen oder beschädigt, ersetzt die Hausrat den Schaden.
  • Vandalismus nach einem Einbruch und Raub (wenn Ihnen mit Gewalt oder Drohung etwas abgenommen wird) sind ebenfalls versichert.

Nicht automatisch dabei, aber in Risikolagen wichtig, sind Elementarschäden wie Überschwemmung, Rückstau, Erdrutsch oder Schneedruck. Das ist ein Zusatzbaustein – gerade in Gegenden mit Hochwassergefahr sollten Sie ihn ernsthaft prüfen.

Ein Beispiel aus dem Alltag zeigt, warum gerade Leitungswasser so relevant ist: ein kleiner Riss im Zulaufschlauch der Spülmaschine, ein Wochenende nicht zu Hause – und das Wasser hat Parkett, Unterschrank und die halbe Küchenzeile durchweicht. Schnell stehen mehrere Tausend Euro im Raum, die die Hausratversicherung übernimmt. Solche schleichenden Schäden sind häufiger als der spektakuläre Brand und einer der Hauptgründe, warum sich die Police für eingerichtete Haushalte fast immer rechnet.

Was ist NICHT versichert?

Damit Sie im Ernstfall nicht enttäuscht werden, hier die ehrliche Kehrseite:

  • Einfacher Diebstahl außerhalb der Wohnung – die Jacke, die im Café verschwindet, ist kein Fall für die Hausrat (dafür gibt es Sonderklauseln, etwa fürs Fahrrad).
  • Selbst verursachte Schäden – die umgestoßene Vase ist Ihr eigenes Pech, kein Versicherungsfall.
  • Schäden bei offen stehendem Fenster im Unwetter – wer bei aufziehendem Sturm das Dachfenster offen lässt, riskiert Kürzungen.
  • Vorsatz ist grundsätzlich nie versichert.

Ein wichtiger Punkt ist die grobe Fahrlässigkeit – etwa die Kerze, die Sie unbeaufsichtigt brennen lassen. Ob und wie stark der Versicherer hier kürzen darf, ist reine Tarifsache. Achten Sie auf die Klausel „grobe Fahrlässigkeit bis zur Versicherungssumme mitversichert" – sie ist im Ernstfall bares Geld wert.

Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?

Der wichtigste Satz in Ihrem Vertrag ist ein sperriger: der Unterversicherungsverzicht. Ohne ihn kann der Versicherer im Schadensfall kürzen, wenn Ihr Hausrat mehr wert ist als die vereinbarte Summe. Mit ihm zahlt er bis zur Versicherungssumme voll – ohne Diskussion. Als Faustregel gelten 650 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Bei uns ist dieser Verzicht Standard, nicht Extra.

Ein Rechenbeispiel: Bei 80 m² Wohnfläche ergibt die Faustregel eine Versicherungssumme von rund 52.000 Euro. Solange Sie diese Summe mit Unterversicherungsverzicht vereinbaren, sind Sie auf der sicheren Seite – auch wenn Sie den genauen Wert Ihres Hausrats nie exakt beziffern könnten. Und noch ein Vorteil, den viele nicht kennen: die Außenversicherung. Ihr Hausrat ist damit für einen begrenzten Zeitraum auch unterwegs geschützt – der Koffer im Hotel, das Notebook im Büro, die Sachen im Studentenzimmer des Kindes.

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Neuwert statt Zeitwert – der entscheidende Vorteil

Das ist der Punkt, der die Hausratversicherung so wertvoll macht: Sie ersetzt den Neuwert, nicht den Zeitwert. Konkret heißt das: Brennt Ihr fünf Jahre altes Sofa ab, bekommen Sie nicht den geringen Gebrauchtpreis erstattet, sondern so viel, dass Sie sich ein neues, gleichwertiges Sofa kaufen können. Dasselbe gilt für Fernseher, Waschmaschine oder Kleiderschrank. Nach einem größeren Schaden – etwa einem Brand oder Leitungswasserschaden – ist genau das entscheidend: Sie stehen nicht mit einem Bruchteil des Werts da, sondern können Ihren Haushalt tatsächlich wieder aufbauen.

Was tun, wenn etwas passiert?

Im Ernstfall zählt, dass Sie ein paar einfache Dinge richtig machen – dann läuft die Erstattung reibungslos. Melden Sie den Schaden Ihrem Versicherer möglichst schnell; bei uns unkompliziert telefonisch, per WhatsApp oder E-Mail. Bei Einbruch oder Raub gehört zusätzlich eine Anzeige bei der Polizei dazu – verlangen Sie das Aktenzeichen. Ganz wichtig ist eine Liste der beschädigten oder gestohlenen Gegenstände, deren Wert Sie so gut wie möglich belegen: mit Kaufbelegen, Fotos oder Kontoauszügen. Ein Tipp, den viele erst nach dem Schaden beherzigen: Gehen Sie einmal mit dem Handy durch Ihre Wohnung und filmen Sie Möbel, Elektronik und Wertsachen. Diese kleine „Hausrat-Inventur" erspart Ihnen im Ernstfall viel Diskussion darüber, was tatsächlich da war. Entsorgen Sie beschädigte Sachen außerdem erst, wenn der Versicherer zugestimmt hat.

Für wen lohnt sich die Hausratversicherung – und für wen kaum?

Ehrlich gesagt braucht nicht jeder sofort eine Hausratversicherung. Wer in einem möblierten WG-Zimmer mit einem Ikea-Regal und einer Matratze wohnt, dessen gesamter Besitz im Schadensfall überschaubar ist, kann das Geld zunächst sparen. Sinnvoll – und oft unterschätzt – wird sie, sobald Sie eine eigene Wohnung einrichten: Sobald Küche, Möbel, Elektronik und Kleidung zusammenkommen, steckt schnell ein fünfstelliger Betrag in Ihren vier Wänden, den Sie aus eigener Tasche kaum ersetzen könnten. Für Familien, für Wohnungen mit Wertsachen und für alle, die sich etwas aufgebaut haben, gehört sie zu den sinnvollsten Grundabsicherungen überhaupt – für wenige Euro im Monat.

Übrigens verwechseln viele die Hausrat mit der Haftpflicht. Welche Versicherung wann zahlt, erklären wir Ihnen im Ratgeber Haftpflicht oder Hausrat – wer zahlt wann?. Und warum die Privathaftpflicht die wichtigste Police überhaupt ist, lesen Sie hier.

Häufige Fragen

Ist mein Fahrrad mitversichert?

Gegen Einbruchdiebstahl aus verschlossenen Räumen – etwa dem abgeschlossenen Keller – ja. Für den Diebstahl draußen auf der Straße brauchen Sie die zusätzliche Fahrradklausel, die wir gern in Ihren Tarif aufnehmen.

Zahlt die Hausrat auch im Urlaub?

Ja. Über die Außenversicherung ist Ihr Hausrat vorübergehend weltweit geschützt – zum Beispiel, wenn im Hotel eingebrochen wird oder Ihr Gepäck bestohlen wird.

Steigt mein Beitrag nach einem Schaden?

In der Regel nicht automatisch. Anders als bei der Kfz-Versicherung gibt es keine Schadenfreiheitsklasse, die hochgestuft wird.

Sind Wertsachen wie Schmuck voll versichert?

Bis zu bestimmten Grenzen ja – darüber hinaus braucht es gesonderte Vereinbarungen oder einen Tresor. Wie hoch die Grenze in Ihrem Fall ist, klären wir in der Beratung.

Unser Fazit

Die Hausratversicherung ersetzt Ihren beweglichen Besitz zum Neuwert, wenn Feuer, Wasser, Sturm oder Einbruch zuschlagen – für die meisten eingerichteten Haushalte eine der günstigsten und sinnvollsten Absicherungen. Entscheidend sind zwei Dinge: die richtige Versicherungssumme mit Unterversicherungsverzicht und ein Tarif, der grobe Fahrlässigkeit einschließt. Genau das prüfen wir gemeinsam mit Ihnen – schicken Sie uns einfach Ihre Wohnfläche, wir berechnen die passende Summe und finden den richtigen Tarif. Kostenlos und ohne Verpflichtung. Alle Leistungen im Überblick finden Sie auf der Seite zu unserer Hausratversicherung.

Paul Schlotfeldt

Geschrieben von

Paul Schlotfeldt

Ausgezeichneter ARAG-Partner 2025 · Mehr über Paul

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts- oder Versicherungsberatung. Für Ihren konkreten Fall beraten wir Sie gern persönlich.

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